Wann sollte mein Kind zum ersten Mal zum Zahnarzt?

Wir empfehlen einen Besuch schon ab dem ersten Milchzahn. Dieser erste Termin soll Ihnen als Eltern helfen, die Mundgesundheit Ihres Kindes von Anfang an optimal unterstützen zu können. Es gibt leider immer noch ca. 20 % Kinder in Deutschland, die schon weit vor ihrem 3. Lebensjahr von Karies befallen sind.

Wir beraten Sie gerne über Ernährung, Zahnpflege, Schnuller, Flasche, Zahnfehlstellungen…

Ein weiterer positiver Aspekt: Ihr Kind kann bei diesen frühen Terminen (Folgebesuche 2x im Jahr) bereits Vertrauen zu uns aufbauen. Somit können wir auftretende Probleme frühzeitig erkennen und viel leichter behandeln.

Ihr Kind soll gerne wiederkommen!

Was sollte ich beim ersten Besuch meines Kindes beim Zahnarzt beachten?

Der erste Termin in unserer Praxis ist ein wichtiges Ereignis für Ihr Kind. Der erste Kontakt hat lediglich den Zweck, uns alle ein wenig kennen zu lernen und Sie über die Behandlungs- und Vorbeugungsmöglichkeiten zu informieren. Erst bei folgenden Besuchen wird Ihr Kind mehr und mehr mit der Zahnbehandlung vertraut gemacht werden.

Wir ermuntern Eltern, ihr Kind mit in das Behandlungszimmer zu begleiten. Wichtig dabei ist, dass Sie sich ruhig verhalten und eher im Hintergrund bleiben, so dass es uns möglich wird, eine gute, direkte Beziehung zum Kind aufzubauen. Sie sind für Ihr Kind die wichtigste Bezugsperson. Wenn Sie sprechen, ist Ihr Kind abgelenkt und hört uns nicht mehr zu. Nur durch eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und Zahnärztin ist eine Erfolg versprechende und angenehme Behandlung möglich.

So unterstützen Sie Ihr Kind am besten:

  • Äußern Sie keine eigenen negativen Zahnarzterfahrungen: Ihre Angst könnte sich auf Ihr Kind übertragen.

  • Vermeiden Sie beruhigend gemeinte Formulierungen wie: „Es tut nicht weh“ – es bedeutet für Ihr Kind „Es könnte wehtun“!

  • Versprechen Sie keine Belohnungsgeschenke vor dem Praxisbesuch: Es könnte zusätzlichen Druck auf Ihr Kind ausüben. Im Anschluss an die Behandlung bekommt Ihr Kind als Belohnung für seine Bemühungen immer ein kleines Geschenk in unserer Praxis.

Das Wichtigste nach der Behandlung in unserer Praxis: Loben, loben, loben! Gestärktes Selbstvertrauen motiviert Neues auszuprobieren.

Was passiert, wenn sich mein Kind nicht behandeln lässt?

Alle Kinder sind von Natur aus sehr neugierig. Dennoch reagieren einige Kinder mit Angst und Ablehnung auf zahnärztliche Behandlungen, z. B. aufgrund vorheriger unangenehmer Erfahrungen beim Zahnarzt.

Auch Kinder mit akuten Schmerzen verweigern oft einfach die Behandlung, da sie weitere oder gar noch schlimmere Schmerzen befürchten. Zu recht: Meist wirkt bei entzündeten Zähnen eine örtliche Betäubung nicht ausreichend!

In solchen Fällen ist eine Zahnbehandlung unter normalen Umständen nicht möglich, so dass eine Behandlung/Sanierung der Zähne in Narkose notwendig werden kann. Ihr Kind wird dabei immer von uns und unserem Anästhesieteam überwacht, betreut und begleitet.

Karies – Was ist das eigentlich?

Karies oder Zahnfäule ist eine Infektionskrankheit. Die Kariesbakterien werden fast zu 100 % von den Eltern auf die Kinder übertragen. Allein die Kariesbakterien machen aber noch kein Loch in den Zahn.

Entscheidende Faktoren bei der Entstehung von Karies sind z. B. das vorhandene Zahnmaterial, die Abwehr gegen Karies-
keime, die Speichelzusammensetzung, die Anzahl der Karieskeime, die Aufnahme von Zucker über die Ernährung (wobei die die Zeitdauer und Häufigkeit pro Tag entscheidender ist als die Menge), die Mundhygiene und die Fluoridaufnahme.

Warum werden kaputte Milchzähne nicht einfach gezogen?

Leider hält sich auch heute noch die weit verbreitete Meinung, dass Milchzähne nicht so wichtig seien, weil sie ja ausfallen. Dies ist aus zahnärztlicher Sicht einfach falsch – gesunde Milchzähne sind wichtig!

Nicht nur zum Kauen, Sprechen und selbstbewusstem Lachen – sie sind Vorraussetzung für gesunde zweite Zähne. Bis die bleibenden Zähne durchbrechen, dienen die Milchzähne als Platzhalter. Ein vorzeitiger Verlust kann zu erheblichem Platzmangel im Gebiss führen. Nur eine aufwendige Zahnregulierung kann dann noch helfen, ausreichend Platz für die bleibenden Zähne zu schaffen.

Je früher ein kleines Loch entdeckt und repariert wird, desto besser ist es, denn Karies kann in Milchzähnen genauso wie bei Erwachsenenzähnen Schmerzen verursachen und Entzündungen mit eitrigen Abszessen hervorrufen. Es besteht auch die Gefahr, dass die Kariesbakterien in kranken Milchzähnen die bereits durchgebrochenen, bleibenden Zähne anstecken.

Wenn Milchzähne entzündet oder zu früh verloren wurden, können bei Ihrem Kind gestörte Essgewohnheiten, Sprachprobleme, Zahnstellungsfehler, Karies an bleibenden Zähnen oder Defekte im Zahnschmelz der bleibenden Zähne auftreten. Ist ein Milchzahn bereits zu tief zerstört, muss er dennoch entfernt werden. Als Ersatz fertigen wir einen künstlichen Platzhalter (Lückenhalter) an, der bis zum Durchbruch des neuen Zahns getragen werden kann.

Wann fallen Milchzähne aus?

Die ersten Milchzähne (die Schneidezähne) fallen in der Regel im Alter zwischen 5. und 7. Lebensjahr aus.

Was viele nicht wissen, ist, dass die Milchbackenzähne erst zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr durch bleibende Zähne ersetzt werden. Es gibt Kinder, die etwas früher die Zähne wechseln, aber auch solche, bei denen es wesentlich länger dauert.

Ab wann sollte mein Kind Zähne putzen und worauf ist zu achten?

Ganz einfach – die Zahnpflege beginnt mit dem Durchbruch des ersten Milchzahnes!

Anfangs reicht die abendliche Reinigung mit einem weichen Tuch oder Wattestäbchen. Später können Sie altersgerechte Kinderzahnbürsten mit einer erbsgroßen Menge fluoridierter Kinderzahnpasta einsetzen. Wenn Ihr Kind Fluoridtabletten bekommt, ist es besser, nur Wasser oder Zahnpasta ohne Fluorid zu verwenden. Bei Fragen beraten wir Sie gerne.

Ab dem 2. Lebensjahr sollten die Milchzähne morgens und abends nach dem Essen mit einer erbsengroßen Menge fluoridierter Kinderzahnpasta geputzt werden. Lassen Sie Ihr Kind das Zähneputzen ruhig selbst erlernen, putzen und kontrollieren Sie die Zähne bis zur dritten Schulklasse, aber auf jeden Fall mindestens einmal täglich nach!

Erst wenn Ihr Kind flüssig schreiben kann, hat es auch die motorischen Fähigkeiten, eine ausreichende Mundhygiene selbständig durchführen zu können.

Ab dem 6. Lebensjahr oder ab dem Durchbruch der ersten bleibenden Zähne sollte Ihr Kind Zahnpasta mit einer höheren Fluoridmenge (normale Erwachsenenzahnpasta oder Juniorzahnpasta) benutzen.

Was kann ich machen, wenn mein Kind zahnt?

Bei einigen Babys kommt der erste Zahn für die Eltern völlig unbemerkt und „bohrt“ sich, quasi über Nacht, durch das Zahnfleisch.

Diese Kinder haben keine oder nur minimale Beschwerden. Bei anderen Kindern läuft das Zahnen nicht ganz so unbemerkt ab: Schmerzen und Rötung des Zahnfleisches, verstärktes „Sabbern“, gerötete Wangen, Appetitlosigkeit, seltener Fieber oder Durchfall.

Kleine Helfer für den ersten Zahn:

  • Beißringe (sollten im Kühlschrank gekühlt werden)

  • kalter feuchter Waschlappen

  • Zahnfleischmassage mit sauberem Finger oder Fingerling

  • lokal schmerzstillendes Dentinox-Gel

  • homöopathische Mittel (z. B. Osanit)

  • bei Fieber und Schmerzen kurzfristige Anwendung von Fieber- und Schmerzzäpfchen (nur nach Absprache mit Ihrem Kinderarzt, (Kinder-) Zahnarzt oder Apotheker)
Ist Nuckeln an Schnuller, Daumen oder Finger schädlich?

Ja – wenn ein Kind über einen längeren Zeitraum besonders häufig und intensiv nuckelt, egal ob an Fingern oder Schnuller,
können Zahnfehlstellungen entstehen.

Meistens entsteht ein „offener Biss”, bei dem die vorderen Schneidezähne beim Zubeißen nicht mehr zusammenkommen. Dadurch können Probleme beim „Abbeißen” entstehen, in manchen Fällen führt es zu einer gestörten Lautbildung (besonders bei den Lauten „S“ und „Sch“).

Zwischen dem 3. und 4. Lebensjahr sind die meisten Kinder freiwillig bereit, ihren Schnuller abzugeben. Beim Daumen oder Finger dauert die Abgewöhnung manchmal deutlich länger. Wie Sie Ihr Kind bei diesem Prozess am besten unterstützen können, besprechen wir gerne mit Ihnen. Sprechen Sie uns einfach an.

 


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